Lebe grün, lebe clean
Dr. Sarah Joseph, Postdoktorandin an der KLU, reiste kürzlich nach Vietnam im Rahmen des Projekts Waste in Humanitarian Operations: Reduction and Minimization (WORM). Ziel des Projekts ist es, das Bewusstsein für die Situation informeller Waste Picker zu stärken und ihre Unterstützung zu fördern. Während ihres Aufenthalts traf Dr. Joseph mit Regierungsvertreterinnen und -vertretern sowie wichtigen Akteurinnen und Akteuren des informellen Abfallsektors in mehreren Regionen zusammen.

Sie nahm außerdem an einer groß angelegten Community Awareness Campaign teil, die nachhaltige Lebensgrundlagen für informelle Waste Picker fördern sollte, und beteiligte sich an einer Coastal Clean-up Initiative, die das öffentliche Bewusstsein für Umweltschutz stärken und die lokale Gemeinschaft aktiv einbinden sollte. Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem ein Hektar Mangrovenwald gepflanzt, um das lokale Ökosystem wiederherzustellen und die Resilienz der Region gegenüber dem Klimawandel zu erhöhen.
Die Veranstaltung mit dem Titel “Together with Waste Collectors – Connecting Communities, Protecting the Environment” wurde vom Viet Nam Red Cross in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden organisiert. Sie fand im Juli in der Provinz Khanh Hoa, nordöstlich von Ho Chi Minh City, statt und brachte über 300 Teilnehmende zusammen – darunter informelle Waste Picker, Mitarbeitende und Volunteers des Roten Kreuzes, lokale Medien und Projektpartnerinnen und -partner von WORM.
Sustainable Livelihoods for Informal Waste Pickers
Der Tag umfasste ein vielfältiges Programm: Auftritte lokaler Künstlerinnen und Künstler, eine Panel Discussion unter dem Titel “Listening to the Voices of Waste Collectors” sowie eine praxisorientierte Schulung zum Erkennen, Klassifizieren und sicheren Sammeln gefährlicher Abfälle.
Als Lead Researcher des Projekts traf Dr. Joseph gemeinsam mit ihrem Team Vertreterinnen und Vertreter der lokalen Regierungen in den Provinzen Khanh Hoa und Quang Nam sowie in Ho Chi Minh City, um über aktuelle Initiativen zur Unterstützung informeller Waste Picker zu sprechen. Außerdem besuchten sie einen lokalen Waste Aggregator, der vorsortierten Abfall von Sammlerinnen und Sammlern ankauft, um mehr über deren Arbeitsweise und Herausforderungen im informellen Abfallsektor zu erfahren.
„Die Zusammenarbeit mit dem Viet Nam Red Cross und den lokalen Communities im Rahmen des WORM-Projekts war unglaublich bereichernd“, sagte Dr. Joseph nach ihrer Reise. „Durch WORM entwickeln wir Policy Recommendations, um nachhaltige Lebensgrundlagen für informelle Waste Picker zu fördern. Die Begegnungen mit diesen Menschen, die eine so wichtige, aber oft übersehene Arbeit leisten, haben unschätzbare Einblicke ermöglicht und helfen uns, eine Strategie zu entwickeln, die auf ihren tatsächlichen Erfahrungen aufbaut.“
Amplifying the Voices of the Most Vulnerable
Dr. Joseph betonte, dass ein Großteil der Forschungsarbeit zwar am Schreibtisch stattfinde, der direkte Austausch mit den Menschen vor Ort jedoch entscheidend sei, um sicherzustellen, dass die Forschung relevant und wirkungsvoll bleibt.
Sie fügte hinzu, dass das WORM-Team seine ersten Ergebnisse bereits mit lokalen Behörden in Vietnam geteilt habe und den Prozess weiterhin begleiten werde, bis die finalen Deliverables vorliegen. „Unser Ziel ist es, dass KLU und WORM Forschung betreiben, die nicht nur Policy beeinflusst, sondern auch die Stimmen der am stärksten gefährdeten Menschen hörbar macht“, sagte sie.
Nguyen Vinh Hoa, Deputy Director of External Relations and Communication beim Viet Nam Red Cross, ergänzte:
„Eine zentrale Botschaft an lokale Behörden und Communities ist, den Beitrag informeller Waste Picker anzuerkennen und wertzuschätzen – sie tragen entscheidend dazu bei, ein clean, green and beautiful Viet Nam für kommende Generationen zu schaffen.“
Circular Economy Principles in the Humanitarian Sector
Unterstützt vom gemeinsamen Zentrum von KLU und HELP Logistics – dem Center for Humanitarian Operations and Regional Development (CHORD) – und finanziert durch die Europäische Union verfolgt das WORM-Projekt das Ziel, praxisorientierte Leitlinien und Unterstützungsmechanismen zu entwickeln, um Abfälle und deren Umweltauswirkungen zu reduzieren und Prinzipien der Kreislaufwirtschaft im humanitären Sektor zu fördern. WORM konzentriert sich dabei auf zwei zentrale Einsatzkontexte: den Aufbau von Feldkrankenhäusern sowie humanitäre Livelihood-Programme, in denen Abfallsammlung ein Bestandteil der Maßnahmen ist.
„Events wie jenes in der Provinz Khanh Hoa müssen fortgesetzt und ausgebaut werden – nicht nur in Vietnam, sondern überall dort, wo humanitäre Hilfe geleistet wird“, betonte Dr. Joseph abschließend.
CHORD, das gemeinsame Zentrum von HELP Logistics und der KLU, wird diese Arbeit fortsetzen und weiterhin nachhaltige und resiliente Lieferkettenlösungen für humanitäre Kontexte entwickeln und fördern.













