Ein „sozialer Logistiker“ – KLU Studierende im Einsatz für die Hamburger Tafel

Die Hamburger Tafel ist in erster Linie für ihr soziales Engagement bekannt. Tatsächlich hat sich der gemeinnützige Verein jedoch zu einem „sozialen Logistiker“ entwickelt - täglich fahren die ehrenamtlichen Helfer gespendete Lebensmittel durch ganz Hamburg, um möglichst vielen Bedürftigen zu helfen. Um dieser Aufgabe bestmöglich gerecht zu werden, suchte die Tafel im 30. Jahr ihres Bestehens Hilfe bei der Optimierung ihrer Logistikabläufe - und fand sie bei der KLU: deren studentische Unternehmensberatung Advisupply machte sich im Auftrag auf die Suche nach der perfekten Lösung, um Routenplanung, Einsätze und Abläufe zu optimieren.

A group of people is standing indoors, posing for a formal group photo in front of a staircase.

„Wir sind mit einer sozialen Mission gestartet – Menschen zu helfen. Inzwischen ist der Umfang so groß geworden, dass wir uns als ,soziale Logistiker' verstehen", sagt Jan Henrik Hellwege, Geschäftsführer der Hamburger Tafel. „Für uns als kleines Team sind Optimierungen aber schwer umzusetzen.“ Über einen privaten Kontakt kamen die Tafel und die KLU zusammen. „Es ist ein tolles Gefühl, dass hier jemand wissenschaftlich daran arbeitet, unseren gemeinnützigen Verein zu verbessern“, sagt Hellwege. Das Projekt mit Advisupply ist dabei nur der erste Schritt für eine möglichst langfristige Zusammenarbeit von Tafel und KLU. „Wir freuen uns sehr, die Hamburger Tafel bei ihrer wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe mit unserer Expertise zu unterstützen, und gleichzeitig unseren Studierenden wichtige Praxiserfahrung zu ermöglichen“, sagt KLU-Präsident Prof. Andreas Kaplan. „Die Tafel ist ein tolles Beispiel, an wie vielen Schlüsselstellen Logistik beteiligt ist und wie von einer optimal aufgestellten Logistik auch unsere Gesellschaft profitieren kann.“

Beratung durch Studierende

Zum 30. Geburtstag der Tafel im Jahr 2024 ist die Optimierung ihrer Logistik dringend notwendig: „Der Umfang unserer Arbeit ist so groß geworden, dass wir unsere Kernaufgabe nur noch erfüllen können, wenn wir die Logistik verbessern: Damit wir mit den gleichen Mitteln mehr Menschen helfen können“, sagt Hellwege. Durch die Zusammenarbeit mit der KLU will die Tafel nicht zuletzt zeigen, dass sie verantwortungsvoll mit den Spendengeldern umgeht. „Wir holen uns hier Expertise, die wir selbst nicht haben, um eine bessere Kosteneffizienz und mehr Hilfe für Hamburg zu erreichen.“

Konkret an die Arbeit machte sich Advisupply, ein von Studierenden der KLU gegründeter Verein, der als studentische Unternehmensberatung Projekte für verschiedene Auftraggeber bearbeitet. Die Studierenden sammeln Praxiserfahrung, die Unternehmen erhalten eine professionelle und wissenschaftlich fundierte Analyse - ein großer Gewinn für beide Seiten. „Am Anfang war es ziemlich herausfordernd, den Ball ins Rollen zu bringen, alle Informationen zu sammeln und das Wettbewerbsumfeld zu verstehen. Aber je mehr wir uns eingearbeitet haben, desto einfacher und klarer wurde es“, sagt Max Adam, Bachelor-Student an der KLU und Projektleiter für Advisupply.

Professionelles Transportmanagement gefragt

Im Fall der Hamburger Tafel bestand die Hauptaufgabe von Advisupply darin, die Tourenplanung nachhaltig zu verbessern und zu digitalisieren. Weg von der ‚Zettelwirtschaft‘ und Erfahrungswerten, hin zu einer systematischen Tourenplanung und aussagekräftigen Statistiken, die auch kurzfristige Änderungen zulassen. Schnell wurde klar: Kleinere Tools, die beispielsweise nur die Routenplanung verbessern, reichen für das Board nicht mehr aus. Stattdessen empfahl das Team von Advisupply ein umfassenderes Transport Management System (TMS).

Um die ideale Software zu finden, haben die Studierenden verschiedene Kandidaten anhand mehrerer Kategorien getestet, um die perfekte Lösung zu finden. Wie benutzerfreundlich sind die Tools? Wie sieht die Fahrer-App aus? Welche Analysemöglichkeiten gibt es und sind Echtzeitdaten und Updates integriert? Und wie müssen die verschiedenen Kategorien zueinander gewichtet werden?

Von rund 20 Softwareprodukten kamen vier in die engere Auswahl, klare Empfehlung war am Ende der Anbieter „Routific“. „Die Software punktet in den wichtigsten Kategorien: Routing, Echtzeitaktualisierungen und Benutzerfreundlichkeit. In dieser Kombination ist sie die ideale Lösung für die Anforderungen der Hamburger Tafel“, sagt Menart Paci, Bachelor-Student an der KLU und Berater bei Advisupply.

Weitere Zusammenarbeit geplant

„Ich bin super begeistert“, sagt Hellwege über die Ergebnisse der Zusammenarbeit. „Mein Eindruck ist, dass wir mit der Studierendenberatung tatsächlich die Verbesserung erreichen können, die wir uns wünschen.“ Der gemeinsame Weg ist noch nicht zu Ende: Im nächsten Schritt sollen die Ergebnisse der Beratung umgesetzt werden - voraussichtlich wieder mit Unterstützung von Advisupply. Und auch über das konkrete Projekt hinaus wollen Hamburger Tafel und KLU in logistischen Fragestellungen zukünftig weiter zusammenarbeiten.

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