Dr. Kiran Rouven Busch mit KLU Best Dissertation Award ausgezeichnet

Der diesjährige KLU Best Dissertation Award geht an Dr. Kiran Rouven Busch – für seine wegweisende Doktorarbeit zur Verbesserung des Prozessmanagements auf Basis moderner KI-Methoden. Der von der renommierten Dr. Friedrich Jungheinrich-Stiftung initiierte und mit 1.000 Euro dotierte Preis wurde von KLU-Professorin Marianne Jahre, Dean of Research, im Rahmen der KLU-Graduierungsfeier am 18. September in der Elbphilharmonie überreicht.

Graduate receiving a certificate on stage at a graduation ceremony.

In seiner Dissertation „Machine Learning for Intelligent Business Process Management: Resource Allocation, Anomaly Detection, and Remaining Time Prediction“ untersucht Kiran Rouven Busch das Potential von LLMs (Large Language Models) und Reinforcement Learning, um Geschäftsprozesse zu analysieren und zu verbessern.

So beschäftigt sich Busch im 1. Teil seiner Doktorarbeit mit der Ressourcenzuweisung auf Basis von Process Mining und Machine Learning, um mehrere gleichzeitig ablaufende Geschäftsprozesse effizienter zu gestalten. „Aktuell werden einzelne Prozesse betrachtet und optimiert. In Unternehmen sind Mitarbeitende jedoch in mehreren unterschiedlichen Prozessen involviert. Werden Ressourcen in einem Bereich gebündelt, fehlen sie in anderen.“ Ein von Busch entwickelter und auf Basis von Reinforcement Learning trainierter Algorithmus, übernimmt nun die effiziente Zuweisung gemeinsam genutzter Ressourcen auf mehrere gleichzeitig ablaufende Geschäftsprozesse.

Inhaltliche Anomalie-Erkennung

Der 2. Teil der Dissertation beschäftigt sich mit Anomalie-Erkennung durch eine semantische Interpretation statt einer statistischen. Denn hat sich ein Fehler erst systemisch etabliert, kommt also wieder und wieder vor, wird er nicht mehr als Anomalie identifiziert. „Wir haben unser Modell an einer Vielzahl von Prozessen eines SAP-Datensatzes trainiert, damit es eine Anomalie inhaltlich erkennt“, so Busch. ‚Wir‘, das sind neben Busch seine KLU-Betreuer Prof. Dr. Henrik Leopold und Prof. Dr. André Ludwig. „Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung, die ich an der KLU erhalten habe. Vier Jahre sind eine lange Zeit und ich wurde dabei nicht nur fachlich begleitet, sondern auch mit viel Empathie, wenn mal etwas nicht ganz rund lief.“

Dieses Zusammenspiel hat nicht nur zu einem Abschluss mit Summa Cum Laude geführt, sondern auch zur Gründung des Startups Qiola. „Professor Leopold, meine Frau, Professorin Diana Sola, und ich haben eine Plattform entwickelt, die es erlaubt, auf Basis etablierter Standards regelbasierte und autonome Prozesse zu modellieren, auszuführen und auf Basis neuester Forschung auch zu verbessern.“

"Ich plädiere für einen hybriden Ansatz"

Mit der Bestimmung von Restlaufzeiten in laufenden Geschäftsprozessen befasst sich der 3. Teil der Dissertation. Hierfür hat Busch einen Algorithmus entwickelt, der parallel ablaufende Prozesse berücksichtigt, um eine exaktere Planung und etwaige Interventionen zu ermöglichen. „Wüsste etwa ein Unternehmen, wann ein potenzieller Kunde die Website verlässt, könnte es kurz vor Ablauf dieser Zeit noch einen ‚20 % Rabatt-Banner‘ schalten“, erklärt der 33-Jährige die Vorteile seiner KI-Forschung.

Wobei der Experte zwar auf die Vorteile moderner Technik setzt, mögliche Risiken aber im Blick behält. „Wir sollten Prozesse unbedingt automatisieren, autonome KI-Agenten aber nur dort einsetzen, wo es sinnvoll ist“, betont Busch und unterscheidet zwischen regelbasierter Automatisierung als einer deterministischen Technik und agentischer KI als eine autonom agierende und stochastische Form der Automatisierung. „Riskant wird es, wenn wir nicht mehr verstehen, wie Systeme arbeiten. Ich plädiere deshalb für einen hybriden Ansatz, der den Menschen als entscheidende Instanz beibehält.

Copyright Foto: KLU/Christin Schwarzer

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