Teaching Innovation Award für VR-Katastrophensimulation
Maria Besiou, Professorin für Humanitäre Logistik und Akademische Direktorin des Center for Humanitarian Logistics and Regional Development (CHORD), wurde mit dem erstem Teaching Innovation Award der KLU ausgezeichnet. Sie überzeugte die Jury mit einem immersiven Lehrkonzept, das Studierende mithilfe einer virtuellen Simulation in die komplexen Entscheidungssituationen einer humanitären Katastrophe versetzt.

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Sie bestärkt mich darin, weiterhin mit Lehrformaten zu experimentieren, die ein realitätsnäheres, reflektierteres und stärker mit der Praxis verbundenes Lernen ermöglichen“, sagt die Preisträgerin im Interview. Gewürdigt wurde dabei nicht nur der Einsatz neuer Technologie, sondern vor allem die Idee dahinter: “Studierende lernen anders, wenn sie Komplexität nicht nur erklärt bekommen, sondern sie selbst erleben können”, erläutert Besiou. Die „Humanitarian Logistics“ Simulation ist über viele Jahre hinweg entstanden. Für Besiou stand dabei immer eine Frage im Mittelpunkt: „Können wir Studierenden ein Stück weit vermitteln, wie sich Entscheidungsfindung tatsächlich anfühlt, wenn Informationen unvollständig sind, die Zeit knapp ist, verschiedene Stakeholder unterschiedliche Bedürfnisseund Entscheidungen spürbare Konsequenzen haben?“
In der VR-Simulation erleben die Studierenden, was es heißt, in einer Krisensituation zu agieren, in der es nur unvollständige Informationen, konkurrierende Prioritäten, knappe Ressourcen und Zeitdruck gibt,allerdings in einem geschützten Lernumfeld. Anschließend wird reflektiert, was passiert ist und warum.
„Ich möchte, dass die Studierenden nicht nur fragen: „Haben wir die richtige Entscheidung getroffen?“, sondern auch: „Wie habe ich unter Druck reagiert? Habe ich anderen zugehört? Was habe ich übersehen? Warum habe ich so gehandelt?“, sagt Besiou. „Wenn Studierende meinen Kurs verlassen und dabei nicht nur fachlich, sondern auch persönlich etwas über sich selbst gelernt haben, dann ist Lehre besonders wirkungsvoll“, führt sie weiter aus.
Speziell in Erinnerung geblieben ist ihr ein MBA-Teilnehmer, der während der Simulation erkannt hat, wie reaktiv er unter Druck wird. Diese Erkenntnis konnte er unmittelbar auf seinen eigenen Führungsstil übertragen und bewahrt seitdem in stressigen Situationen erst einmal die Ruhe. „Genau das ist es, was ich mir von guter Lehre wünsche“, sagt Besiou: „Dass Studierende etwas mitnehmen, das verändert, wie sie denken, Entscheidungen treffen, zusammenarbeiten oder führen, wenn sie wieder in ihrem beruflichen Alltag sind.“
Copyright Foto: KLU/Christin Schwarzer









